Ende Juli lud der NABU Horlofftal zu einem besonderen Gottesdienst unter dem Motto „Wasser ist Leben“ ein. Rund 70 Besucherinnen und Besucher nahmen an der Andacht unter den Bäumen des Alten Bahnhofs in Trais-Horloff teil. Biblische Impulse, naturwissenschaftliche Erkenntnisse und aktuelle Umweltfragen standen dabei im Mittelpunkt.
Nach der Begrüßung durch NABU-Vorsitzende Ana Farago-Macht gestalteten das Pfarrehepaar im Ruhestand Beate und Johannes Fritzsche die Andacht. Im Wechsel mit Gabi Baur vom NABU Horlofftal zitierten sie biblische Texte, die Wasser als lebenspendende Gabe Gottes würdigen. Beate Fritzsche lud zum Staunen über die vielfältigen Erscheinungsformen des Elements und darüber ein, dass der Mensch selbst zu über 60 Prozent aus Wasser besteht. „Wir tragen das Meer in uns.“ Johannes Fritzsche betonte, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser sei. Als kostbares Geschenk Gottes dürfe es nicht zur Ware werden und müsse mit allen Geschöpfen geteilt werden. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Franz Josef Etzel, dessen einfühlsame Klänge den besonderen Charakter des Nachmittags unterstrichen.
Den fachlichen Impuls übernahm Diplom-Biologe Frank Bernshausen. Er erläuterte, dass alles Leben seinen Ursprung im Wasser hat. Die ersten Zellen entstanden vor rund vier Mrd. Jahren im Meer. Es folgten Photosynthese, die Entwicklung vielfältiger Lebensformen und schließlich die Besiedlung des Festlandes. „Alles Leben kommt aus dem Wasser – das ist keine Binsenweisheit, sondern eine wissenschaftliche Tatsache“, betonte Bernshausen.
Zugleich lenkte er den Blick auf die weltweite Bedeutung der Ressource Wasser. Obwohl die Erde größtenteils von Wasser bedeckt ist, steht dem Menschen nur ein verschwindend geringer Anteil als nutzbares Süßwasser zur Verfügung. Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Intensivierung der Landwirtschaft, der Klimawandel und der steigende Verbrauch setzen die Ressource zunehmend unter Druck. Ein bewusster Umgang mit Wasser und der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen seien daher essenziell.
Beim anschließenden Kaffeetrinken kamen die Gäste ins Gespräch. Auf großes Interesse stieß auch die Fotoausstellung von Maurice Weststrate mit künstlerischen Aufnahmen vom Inheidener/Trais-Horloffer See.



