Zu einer besonderen Entdeckungstour in die Welt der Fledermäuse hatten die Hungener NABU-Gruppen eingeladen. 75 Teilnehmende, darunter zahlreiche interessierte Kinder mit ihren Eltern, machten sich gemeinsam mit dem Fledermausexperten und Biologen Dr. Markus Dietz auf den Weg in das Waldwildnisgebiet zwischen Langd und Villingen. Begrüßt wurden die Gäste von Wolfgang Macht (NABU Horlofftal) und Britta Kreß (NABU Langd).
Vom Treffpunkt führte die Exkursion durch den Wildniswald. Mit zunehmender Dunkelheit wurde es immer spannender: Mithilfe eines Fledermausdetektors konnten die für Menschen normalerweise nicht wahrnehmbaren Ultraschallrufe der Tiere hörbar gemacht werden. Mit etwas Glück konnten die Teilnehmenden die Fledermäuse bei ihren schnellen Flügen beobachten.
Markus Dietz vermittelte viel Wissenswertes über die heimischen Fledermausarten. So wiegt das Große Mausohr bis zu 30 Gramm und ist mit 40 cm Flügelspannweite die größte heimische Fledermausart, während die Zwergfledermaus gerade einmal etwa vier Gramm auf die Waage bringt. Auch das Braune Langohr wurde vorgestellt. Mit ihren großen Ohren ist sie ein Waldbewohnerin, die sich von Nachtfaltern und Raupen ernährt, die sie oft in den Kronen alter Eichen erbeutet. Fledermäuse orientieren sich mithilfe von Ultraschall und sind hochspezialisierte Insektenjäger. Eine Zwergfledermaus kann pro Nacht bis zu 2.000 Stechmücken fressen. Das Große Mausohr erbeutet zusätzlich größere Insekten wie Laubkäfer.
Ein wichtiger Aspekt der Exkursion war die Bedeutung alter Wälder für Fledermäuse. Mit zunehmendem Alter der Bäume steigt die Zahl natürlicher Baumhöhlen, die den Tieren als Quartiere dienen. Gleichzeitig sind Fledermäuse auf Landschaften mit einer hohen Insektenvielfalt angewiesen. Im Wildniswald sind bereits 15 Fledermausarten nachgewiesen, darunter die eng an Wälder gebundene Bechsteinfledermaus, die hier Kolonien bildet, um Jungtiere aufzuziehen.
Die Exkursion zeigte, wie eng der Schutz der Fledermäuse mit dem Erhalt naturnaher Wälder und einer vielfältigen Insektenwelt verbunden ist. Für die Teilnehmenden wurde der Abend zu einer spannenden Begegnung mit den faszinierenden, sonst meist unsichtbaren Bewohnern unserer Wälder.

